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"Da baut sich gewaltiger Druck auf"

Swissinfo Verkehrsdienst - Thu, 02/25/2021 - 09:00
Knapp einen Monat nach dem Militärputsch demonstrieren in Myanmar Hunderttausende im Namen der Demokratie. Ein Gespräch mit dem Helvetas-Leiter in Rangun. Am 1. Februar hätte die demokratisch gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Amtsgeschäfte übernehmen sollen. Dazu kam es jedoch nicht: Das Militär machte vermuteten Wahlbetrug geltend und übernahm die Macht. Seither befindet sich das Land in einem politischen Schwebezustand, die internationale Kritik fiel harsch aus. Mittlerweile spitzt sich der Widerstand im Land zu: Ein Generalstreik hat die Wirtschaft runtergefahren, die Demonstrationen weiten sich aus und es sind bereits mehrere Todesfälle zu beklagen, die auf das Konto der Sicherheitskräfte gehen. Der Leiter der Entwicklungsorganisation Helvetas in Myanmar, Peter Schmidt, lebt seit vier Jahren in der ehemaligen Hauptstadt Rangun. Im Gespräch erzählt er von der Anspannung der letzten Wochen. swissinfo.ch: Wie ist die Situation vor Ort?
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Roboter werden Lehrpersonen nicht ersetzen – vorerst

Swissinfo Verkehrsdienst - Wed, 02/24/2021 - 16:00
Die Covid-19-Pandemie rückt auch die Frage in den Fokus, ob Roboter Lehraufgaben übernehmen könnten – sei es im Fernunterricht oder in der Klasse. Experten sehen darin viel Potenzial, aber auch Gefahren, wenn die Roboter allzu menschlich werden. "Hallo zusammen, ich bin Lexi." Mit diesen Worten begrüsst ein humanoider Roboter Studierende der Universität St. Gallen. Das Interesse ist gross. Der Vorlesungsaal ist voll besetzt. 2019 setzte Sabine Seufert, Professorin im Management von Bildungsinnovationen an der Uni St. Gallen, den Roboter erstmals versuchsweise in Univorlesungen ein. Einfache Hilfsaufgaben konnte der mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete "Lexi" bereits ausführen. Derzeit forscht die Universität an weiteren Einsatzmöglichkeiten. "Thymio" hingegen sieht überhaupt nicht menschlich aus. Lernfähig ist er trotzdem. Mit dem Mini-Roboter erlernen Kinder in der ganzen Schweiz schon heute auf einfache Art das Programmieren. Und sie sehen sofort ein Resultat: zum...
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Bestatter: Die vergessenen Corona-Helden

Swissinfo Verkehrsdienst - Wed, 02/24/2021 - 11:45
Bestattungsunternehmen stehen seit Ausbruch der Pandemie an vorderster Front, dabei sind ihre Mitarbeitenden potentiellen Risiken ausgesetzt. Und doch gab es für sie im ersten Corona-Jahr weder Applaus der Bevölkerung noch offiziellen Dank. Warum eigentlich? Genau vor einem Jahr, am 25. Februar 2020, gab es den ersten laborbestätigten Coronavirus-Fall in der Schweiz: Ein 70-jähriger Tessiner hatte sich 10 Tage zuvor in Mailand angesteckt. Die Zahl der Infektionen stieg rasch an und bald musste der erste Todesfall verzeichnet werden. Die erste Person, die an Covid-19 in der Schweiz verstarb, war eine 74 Jahre alte Frau im Kanton Waadt. Das war am 5. März 2020. Und es war nur der Anfang einer Pandemie, welche nach und nach den ganzen Planeten und somit auch die Schweiz erfasste. Die täglich aktualisierten Zahlen dokumentieren die Entwicklung eindrücklich. Dauerhafter Stress Hinter den nackten Zahlen verbergen sich nicht nur viele menschliche und familiäre Tragödien, sondern auch...
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Die Schweiz könnte die "Burka-Initiative" ablehnen

Swissinfo Verkehrsdienst - Wed, 02/24/2021 - 06:00
Die Unterstützung für die Initiative zum Verhüllungsverbot erodierte während der Kampagne. Hatten die Befürworter im Januar noch deutlich die Nase vorn, unterstützen jetzt nur noch 49% der Befragten die Vorlage, laut der zweiten SRG-Umfrage. Und wenn die Schweiz dem Beispiel ihrer Nachbarn nicht folgt? Anders als Belgien, Frankreich und Österreich könnte sich die Schweiz weigern, die Burka und den Niqab von ihren Strassen zu verbannen. Das Wichtigste zur Verhüllungs-Vorlage zusammengefasst: Wenige Wochen vor der Eidgenössischen Volksabstimmung vom 7. März nimmt die Zustimmung zur Initiative "Ja zum Verhüllungsverbot" ab. Im Januar wollten noch 56% zustimmen; jetzt gaben 49% der Befragten an, die Initiative unterstützen zu wollen. Das ergab die zweite Trendumfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG SSR. 47% sind gegen die Vorlage, und 4% sind noch unentschieden. Obwohl die Initiative auch unter den Schweizerinnen und Schweizern im Ausland an Zustimmung...
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Studierende leiden finanziell unter dem Fehlen von Nebenjobs

Swissinfo Verkehrsdienst - Tue, 02/23/2021 - 16:00
Viele Studierende stehen vor finanziellen Problemen, weil die Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie typische Nebenjobs zum Verschwinden gebracht haben. In der Schweiz gibt es keine nationale Härtefallregelung wie in Deutschland. Servieren, an der Bar arbeiten, bei einem Event aushelfen – drei Viertel der Studierenden in der Schweiz haben gemäss Bundesamt für Statistik einen Nebenjob, um ihr Studium mitzufinanzieren. Doch der derzeitige Semi-Lockdown mit geschlossenen Restaurants und Geschäften hat viele Nebenjobs zum Verschwinden gebracht. Immer mehr Studierende sind auf finanzielle Hilfen von privaten Stiftungen angewiesen, wie das Schweizer Fernsehen SRF berichtet. Auch an den Universitäten gibt es Härtefallfonds. Glück hat, wer sich wie Maja Eres finanziell auf die Eltern verlassen kann. Mehr dazu in unserem Video: Anders als die Schweiz hat das Nachbarland Deutschland ein nationales Hilfsprogramm für Studierende. In Frankreich haben Mahlzeiten-Tafeln für Studierende...
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Coronavirus: Die Situation in der Schweiz

Swissinfo Verkehrsdienst - Tue, 02/23/2021 - 12:00
Ab dem 1. März erfolgen die ersten Lockerungsmassnahmen - noch ohne die Gastronomie. Der Ausstieg aus dem Shutdown wird schrittweise erfolgen. Neueste Entwicklungen Ab dem 1. März können Läden, Museen und Aussenbereiche von Sport- und Freizeitanlagen wieder öffnen. Darunter sind Kunsteisbahnen, Tennis- und Fussballplätze sowie Leichtathletikstadien - mit Maske oder Abstand sowie begrenzter Kapazität. Treffen im Familien- und Freundeskreis im Freien sind mit bis zu 15 Personen wieder erlaubt. Jugendliche und junge Erwachsene bis 20 Jahre können den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten wieder nachgehen. Es gibt jedoch vorerst keine Öffnung von Restaurantterrassen, wie es die Kantone gefordert hatten. Dazu soll es erst am 22. März kommen, wenn die epidemiologische Lage es zulässt. Beim nächsten Öffnungsschritt wird zusätzlich über Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum, Homeoffice-Pflicht und Sport in Innenräumen entschieden. Für die Beurteilung des nächsten...
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Schweizer E-ID-Gesetz: Befürworter drängen, Gegnerinnen warnen

Swissinfo Verkehrsdienst - Tue, 02/23/2021 - 09:24
Die E-ID wird als längst überfälliger Schlüssel zur digitalen Welt angepriesen, ein einziges Login für digitale Dienste, die von öffentlichen und privaten Organisationen angeboten werden. Doch das von der Schweiz vorgeschlagene Modell, über das die Schweizer Stimmberechtigten am 7. März abstimmen, ist alles andere als wasserdicht. Im Internet hat jede und jeder von uns viele "Identitäten" oder Logins, die wir für den Zugriff auf E-Commerce-Seiten, E-Mail-Dienste oder soziale Medien nutzen. Aber kein Gesetz schützt oder verifiziert diese persönlichen Anmeldedaten. Befürworter der E-ID-Technologie sagen, eine kontrollierte und regulierte digitale Identität würde etwas Ordnung und mehr Sicherheit in das Chaos im Web bringen. "Die elektronische digitale Identität ist grundlegend für alle praktischen Fragen und für die Interaktion zwischen der Bevölkerung und den Regierungen", sagt Jean-Henry Morin, Professor für Informationssysteme an der Universität Genf. Online-Steuerrechnungen oder...
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Die jungen Frauen – die Zukunft der Demokratie?

Swissinfo Verkehrsdienst - Mon, 02/22/2021 - 17:45
Der lange Kampf ums Frauenstimmrecht wurde im 20. Jahrhundert gewonnen. Doch die Frauen kämpfen weiter gegen Ungerechtigkeit und Ungleichheit. Die Bewegungen #Klimastreik, #BlackLivesMatter und #metoo sind vor allem auch dank des Engagements junger Frauen entstanden und erfolgreich. Sie sind Thema einer Online-Diskussion, die SWI swissinfo.ch am 4. März veranstaltet. Über 100 Jahre lang mussten sie kämpfen, bis die Frauen in der Schweiz das Stimmrecht erhielten. 1971 war dies – 123 Jahre nach der Gründung der modernen Schweiz. Die Schweizer Pionierinnen von damals haben allen Grund, auf ihre heutigen Nachfahrinnen, die rund um den Globus und in der Schweiz aktiv sind, stolz zu sein. Die Informationen zur Debatte "Alte Machtkämpfe, neue Frauen, neue Erfolge" lautet der Titel der Diskussion von SWI swissinfo.ch vom 4. März. Beginn ist 16 Uhr. Sie bildet den Auftakt zu den Aarauer Demokratietagen 2021 zum Thema "Frauen und Politik". SWI swissinfo.ch ist Medienpartner der...
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Das *innen wird die Welt verändern

Swissinfo Verkehrsdienst - Mon, 02/22/2021 - 17:38
Von der Gesellschaft werden mir als Frau heute drei Optionen gegeben: a) hasse ich meinen Körper, b) mein Gesicht oder c) meinen Charakter. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, wie ich selbstbewusst werden und auch nur ein einziges Ding pro Tag erledigen konnte vor lauter Selbstzweifeln, denn die Antwort war meistens d): alles. Aber irgendwann wird man erwachsen, bla bla bla, findet zu sich, jadi jadi jadi, weint nicht mehr wegen Cellulite und Olivenöl ist nicht mehr Gift, sondern die beste Möglichkeit, Carbs in sich zu schaufeln. Kohlenhydrate sind plötzlich einfach etwas, das man isst, und nicht mehr der Staatsfeind Nr. 1, der zwischen uns und einem Pamela Reif-Körper steht. Denn Pamela Reifs Körper ist schlicht der schöne Körper einer anderen Frau und nicht die einzige Möglichkeit, glücklich zu werden. Punkt. "Die Welt ist immer noch ziemlich Scheisse für junge Mädchen und Frauen." Es gibt echt noch viel zu tun, damit sich dieses Gefühl nicht nur vereinzelt und vor allem erst...
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Schweizer Vorschuss-Lorbeeren für die neue WTO-Generaldirektorin

Swissinfo Verkehrsdienst - Mon, 02/22/2021 - 13:00
Auf die 61-jährige Ngozi Okonjo-Iweala, die am 1. März neue Generaldirektorin der angeschlagenen Welthandelsorganisation (WTO) wird, warten riesige Herausforderungen. Eine ist die Pandemie, eine andere die Wiederbelebung der Plattform zur Beilegung von Handelsstreitigkeiten. Die 164 Mitglieder der WTO haben die nigerianisch-amerikanische Doppelbürgerin Ngozi Okonjo-Iweala im Konsens gewählt. Möglich gemacht hat dies der Einzug Joe Bidens als neuer US-Präsident ins Weisse Haus. Sein Vorgänger Donald Trump hatte alles getan, um die Organisation zu lähmen. Er wollte einen anderen, ihm genehmen Kandidaten als WTO-Generaldirektor. Ngozi Okonjo-Iweala ist die erste Frau und die erste Vertreterin eines afrikanischen Staates an der Spitze der WTO. Die von der Obama-Administration blockierte Wiederbesetzung der Richterinnen und Richter des Berufungsgerichts – dem eigentlichen Schlichtungsgremium bei Zwistigkeiten im internationalen Handel – muss wieder anlaufen. Erst dann erlangt die...
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Schmutziges Geld sauber zurückgeben – aber wie?

Swissinfo Verkehrsdienst - Mon, 02/22/2021 - 09:23
Um zu verhindern, dass Potentatengeld wieder in der Korruption versickert, zahlt die Schweiz die Mittel über Entwicklungsprojekte an betroffene Länder zurück. Dieser Paternalismus kommt nicht nur gut an. Die Schweiz galt lange als Hort für Potentaten- und Korruptionsgelder. Dieses Image will sie abschütteln. Sie geht dabei weiter als jedes andere Land weltweit: Sie leistet spontane Rechtshilfe, meldet sich also bei Verdacht auf Korruptionsgelder bei einem betroffenen Staat, ohne ein Rechtshilfegesuch abzuwarten. Und sie hat eine Lösung für die Rückzahlung von Potentatengeldern gefunden, wenn ein Rechtshilfeverfahren gescheitert ist oder wenn in einem Failed State zu erwarten ist, dass die Gelder wieder in der Korruption versickern: Die Gelder werden über die Finanzierung von "Programmen von öffentlichem Interesse" rückerstattet. Weltweit führen erst wenige Länder Potentatengelder auf diese Weise zurück. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) weiss...
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"Die Gefahr der Schweizer Neutralität"

Swissinfo Verkehrsdienst - Sun, 02/21/2021 - 11:00
Laut dem Literaturwissenschaftler Simon D. Trüb muss die Schweizer Neutralität aus moralischer Perspektive hinterfragt werden. Neutralität könne moralische Überlegenheit suggerieren, während die Schweiz oft primär in eigenem Interesse handele, schreibt er im Standpunkt. Simon Trüb ist ein unabhängiger Wissenschaftler in den Gebieten der Kontinentalphilosophie und der englischen Literatur. Er promovierte an der Universität Edinburgh und unterrichtete an der Universität Edinburgh sowie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Eine politisch neutrale Position einzunehmen wird in einer zunehmend polarisierten Welt immer schwieriger. SWI swissinfo.ch zeigt im Fokus aufschlussreich, vor welchen praktischen Herausforderungen die Neutralität der Schweiz steht. Doch auch aus moralischer Sicht muss die Schweizer Neutralität hinterfragt werden. Verdient sie diesen Namen überhaupt? Um bei den im SWI-Artikel genannten Beispielen zu bleiben: Ist es wirklich Neutralität, wenn die...
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"Bitte macht keine Heldin aus mir"

Swissinfo Verkehrsdienst - Sat, 02/20/2021 - 11:00
In der Fotostiftung Schweiz in Winterthur hängt im Moment das Lebenswerk der Schweizer Fotografin Pia Zanetti. swissinfo.ch hat sie zu Hause in Zürich getroffen und mit ihr über ihre 60 Jahre als Fotografin gesprochen. Pia Zanetti, geboren 1943 in Basel, gehört zu den profiliertesten Schweizer Fotojournalistinnen ihrer Generation, und zu den wenigen Frauen, die sich in diesem Metier über Jahrzehnte behaupten konnten. Schon als junge Frau war sie gierig auf die Welt und realisierte zusammen mit ihrem Mann, dem Journalisten Gerardo Zanetti, engagierte Reportagen. Ihre Arbeit macht den Widerstand gegen das Unrecht genauso wie die flüchtigen Momente des Alltags zum Inhalt – auf der Strasse, beim Spielen und Nachdenken. Ihre Fotografie ist geprägt von einem so weltoffenen wie mitfühlenden Blick, der die Menschen in den Vordergrund rückt. swissinfo.ch: Ich schaue mir das erste Bild an im Buch: Drei junge Männer tanzen auf einer Bühne, es ist datiert mit 1960. Sie waren damals gerade...
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"Die Schweiz muss wissen, wohin sie will in der Welt"

Swissinfo Verkehrsdienst - Fri, 02/19/2021 - 11:30
E-ID und die Auslandschweizerinnen, die neue Afrika-Strategie und die Rolle der Schweiz im Nahen Osten: Bundesrat Ignazio Cassis im Interview. swissinfo.ch: Herr Bundesrat Cassis, bei der Abstimmung zur E-ID wird es knapp. Sie haben uns zu einem Gespräch darüber eingeladen. Braucht der Bundesrat die Auslandschweizer, um noch ein Ja zu kriegen? Ignazio Cassis: Ja, natürlich braucht der Bundesrat die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Er braucht eine Mehrheit. Ob diese aus dem Inland oder aus dem Ausland kommt, ist nicht entscheidend. Aber die Auslandschweizer haben einen Grund mehr, für ein Ja zu stimmen, denn sie wollen gute und kundenfreundliche konsularische Dienste. Kundenfreundlich heisst: Sie müssen nicht zwei Stunden fahren, um am Schalter ihre Identität zu zeigen oder mühsam per Post ihren Pass oder eine Passkopie einreichen. Die elektronische Identität wäre tatsächlich das Wundermittel, um diese einfache und sichere Identifizierung für konsularische...
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"Verhökern wir nicht unsere Online-Identität dem Meistbietenden"

Swissinfo Verkehrsdienst - Fri, 02/19/2021 - 09:00
Laut dem Technologiejournalisten Grégoire Barbey sollten die Schweizer Stimmberechtigten am 7. März das neue Gesetz zur elektronischen Identität ablehnen. Es sei ein grosses Risiko, privaten Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die E-ID zu verwalten. Das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste, über das die Schweizerinnen und Schweizer am 7. März abstimmen werden, ist eines jener Themen, die einen echten Einfluss auf das Leben der Bürgerinnen und Bürger haben können – und die paradoxerweise relativ wenig diskutiert werden. Im Vergleich dazu ist die Kontroverse über die Abstimmung zur Gesichtsverhüllung (die hauptsächlich auf ein Verbot der Burka abzielt) viel hörbarer und betrifft wirklich nur etwa dreissig Menschen in diesem Land. Verkehrte Welt. Die Befürworterinnen und Befürworter dieser schlecht gemachten Gesetzgebung versichern, dass dieses Projekt das Leben der Menschen einfacher machen wird. Warum? Dank der Zusammenarbeit zwischen dem Bund und privaten...
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Umstrittene Kooperationen zwischen Schweizer und brasilianischen Staatsanwälten

Swissinfo Verkehrsdienst - Thu, 02/18/2021 - 16:30
2014 starteten brasilianische Ermittler die Operation Lava Jato ("Car Wash"). Ziel war der Kampf gegen die Korruption in den höchsten Spitzen von Politik und Wirtschaft. Im Februar schloss die Task Force ihre Arbeit ab. Doch aufgrund neuer Enthüllungen stehen nun die Ermittler selbst auf dem Prüfstand. Diesmal geht es nicht um Schmiergeldzahlungen in Milliardenhöhe an politische Gruppen, sondern um die Ermittler und Richter, die in die Operation involviert waren. Die Kooperation mit den Schweizer Behörden wirft Fragen auf. In den vergangenen sechs Jahren war die Schweiz eine wichtige Akteurin in Brasiliens grösstem Anti-Korruptionsdrama, der Operation "Car Wash" oder "Autowasch-Affäre". Diese förderte die zwielichtigen Geschäfte einiger der grössten Unternehmen und politischen Parteien des Landes ans Licht. Als Teil der Vereinbarung, Brasilien Rechtshilfe zu leisten, fror die Schweizerische Bundesanwaltschaft mehr als tausend Konten auf 40 verschiedenen Schweizer Banken ein. Der...
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Die vertuschte Geschichte der Universität Zürich

Swissinfo Verkehrsdienst - Thu, 02/18/2021 - 11:00
In Zürich forschte man lange zur "Verbesserung der weissen Rasse". Die Universität tut sich schwer mit der Auseinandersetzung mit diesem Erbe. Auch an der Universität Zürich forschten vor 100 Jahren Anthropologen, Mediziner und Biologen zu Rassenhygiene und Eugenik. Viele Wissenschaftler profitierten bei ihren Forschungen von kolonialen Herrschaftsstrukturen. Pascal Germann, Medizinhistoriker an der Universität Bern, hat sich in seiner Forschung insbesondere mit dem Zürcher Institut für Anthropologie auseinandergesetzt. "Das Institut ist Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Zentrum der globalen Rassenforschung aufgestiegen", sagt Germann. Berühmt wurde das Institut vor allem für seine Messmethoden und Instrumente, die zu einem globalen Exportschlager wurden. Mit den Instrumenten liessen sich etwa Körpergrösse, Schädelumfang oder Gesichtswinkel bestimmen. "Diese Vermessungen waren oft demütigend", so Germann. "In den Lehrbüchern wurde beispielsweise gefordert, dass die Probanden...
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"Das hochgefährliche Abwracken im Ausland muss gestoppt werden"

Swissinfo Verkehrsdienst - Thu, 02/18/2021 - 09:00
Rechtsexperte Mark Pieth fordert, dass der Bundesrat grosse Reedereien mit Sitz in der Schweiz in die Pflicht nimmt. Viele Unternehmen verschrotten ihre Schiffe an ausländischen Stränden unter prekären Bedingungen. Die Schweiz ist zwar ein Binnenland, doch sie beherbergt einige der grössten Schifffahrtsunternehmen der Welt. Allen voran die Mediterranean Shipping Company (MSC), zweitgrösste Containerschiff-Reederei und drittgrösster Kreuzfahrtschiffbetreiber mit über 500 Schiffen. Daneben existieren viele kleinere Unternehmen. Viele stehen der Rohstoffindustrie nahe. Bekannt ist etwa SwissMarine, das mit seinen 150 Bulk-Schiffen vor allem Kohle und Eisenerz rund um den Globus transportiert. Mark Pieth ist Schweizer Rechtswissenschaftler und internationaler Antikorruptionsexperte. Er ist Autor von Büchern über Korruption und den Goldhandel in der Schweiz. Sein nächstes Werk handelt von den Herausforderungen in der Schifffahrtsindustrie. Die enge Verbindung zur internationalen...
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Die Schweiz und ihre vier Sprachen

Swissinfo Verkehrsdienst - Wed, 02/17/2021 - 14:00
Die Schweizerinnen und Schweizer sind bekannt für ihre Mehrsprachigkeit. Der Anteil der Polyglotten hat seit 2014 leicht zugenommen, wie ein neuer Bericht des Bundesamts für Statistik zeigt. Über zwei Drittel der Bevölkerung ab 15 Jahren in der Schweiz verwenden regelmässig mehr als eine Sprache, um sich zu verständigen – am Arbeitsplatz oder in den vier verschiedenen Sprachregionen. Die Mehrheit spricht Deutsch, gefolgt von Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Letztere ist im Rückgang begriffen. Es werden Anstrengungen unternommen, ihr Überleben zu sichern. Die am häufigsten gesprochenen Fremdsprachen sind Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Serbisch, Kroatisch und Albanisch. Zusammengenommen übertreffen diese Sprachen sowohl das Rätoromanische als auch das Italienische, was die Anzahl der Sprecherinnen und Sprecher angeht. Englisch wird von 45% der Bevölkerung regelmässig gesprochen und ist im deutschsprachigen Teil des Landes weiter verbreitet als anderswo. Es gibt...
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"Die von der Schweiz praktizierte Neutralität ist ein rein politisches Mittel"

Swissinfo Verkehrsdienst - Wed, 02/17/2021 - 11:00
Die im Schatten der Neutralität geführte Schweizer Politik entspreche kaum den Vorstellungen von moralischer Unfehlbarkeit, schreibt der Schweizer Historiker Hans-Ulrich Jost. Hans-Ulrich Jost war von 1981 bis 2005 ordentlicher Professor für Neuere Allgemeine und Schweizergeschichte an der Universität Lausanne. Von 2005 bis 2014 war er Präsident der Kommission "Diplomatische Dokumente der Schweiz" (Dodis). Jost war Offizier der Schweizer Armee und Kampfjetpilot. Ob die Neutralität ethisch vertretbar ist, hängt weitgehend von der dahinter stehenden Aussenpolitik ab. Gewiss, der schweizerischen Neutralität wird bei uns eine grosse moralische Autorität zugesprochen, ja sie ist von einer beinahe religiösen Aura der Unfehlbarkeit umflort. Doch die im Schatten dieser Neutralität geführte Politik entspricht kaum diesen Vorstellungen. Ein Blick auf die Geschichte der schweizerischen Aussenpolitik zeigt viele, die Neutralität verletzende Grauzonen. Als die Grossmächte am Wienerkongress...
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