Immer mehr surfen drahtlos

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St. Gallen. Zahlreiche St. Galler surfen ohne Kabel im Internet. Der Verein Wireless St. Gallen zählt bisher 40 000 Zugriffe auf sein frei zugängliches Netz. Jetzt soll es noch engmaschiger werden.
St. Galler Tagblatt, 17.07.2007
Roger Berhalter
   
   
 

Seit Dezember 2006 ist auf St. Galler Stadtgebiet drahtloses Surfen im Internet kostenlos möglich. Die Stadt lancierte zusammen mit der Technischen Hochschule Rapperswil, der Internet-Community openwireless.ch sowie der HSG-Studentenschaft das Projekt Open Wireless St. Gallen. Das Ziel: draht- und kostenloser Internet-Zugang für jedermann. Es ist das «erste flächendeckende Wlan der Schweiz, welches gebührenfrei einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird», wie der Verein Wireless St. Gallen auf seiner Homepage wirbt.

300 Haushalte ständig online
Vier Monate dauerte die Pilotphase, im vergangenen April wurde das Wireless-Netz offiziell in Betrieb genommen. Chris Thomann vom Verein Wireless St. Gallen zieht eine positive Bilanz: «Es läuft soweit gut. Unser Netz ist sehr stabil.» Rund 300 Haushalte seien ständig per Router an das Netz angeschlossen, dessen Basis drei Antennen auf dem Rathaus, dem Kantonsspital und dem Tagblatt-Gebäude an der Fürstenlandstrasse bilden. «Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Wir hatten bis Ende Jahr nur mit etwa 100 angeschlossenen Routern gerechnet», sagt Thomann. Jeder, der sich mit dem Laptop im Netz anmeldet, wird registriert. Thomann zählte bisher knapp 40 000 solcher Zugriffe.

Wenig weisse Flecken
Auf der Homepage des Wireless-Vereins bildet eine Karte ab, wo in der Stadt welche Router gerade in Betrieb sind. Eine Stichprobe gestern Nachmittag zeigte: gut 200 Geräte waren online. Der Status weiterer 325 Router wird mit «unbekannt» bezeichnet. «Dabei handelt es sich um Geräte, die zwar bei uns registriert sind, die sich aber bisher noch nicht im Netz angemeldet haben», erklärt Chris Thomann. Die Router könnten etwa falsch installiert, ungünstig plaziert oder schlicht noch nicht angeschlossen sein.

Noch gibt es einige weisse Flecken auf der St. Galler Wireless-Karte. Vor allem in engen Gassen und verwinkelten Strassen ist der Empfang eingeschränkt, weil die Daten per Funk übertragen werden. Laut Thomann sind diese weissen Flecken jedoch klein: «Der Empfang ist praktisch überall in der Stadt gewährleistet.»

Unbekannte überprüfen
Jetzt wollen die Mitglieder des Vereins Wireless St. Gallen das drahtlose Netz mit verschiedenen Massnahmen noch engmaschiger ziehen. Zunächst wollen sie jene zahlreichen Router mit dem Status «unbekannt» überprüfen. Sind die Geräte überhaupt angeschlossen? Sind sie richtig konfiguriert und aufgestellt? So will der Verein mit relativ wenig Aufwand den drahtlosen Empfang entscheidend verbessern.

Auch den Aufbau so genannter Relais-Stationen will man vorantreiben. Diese Geräte verstärken das Signal des Wireless-Netzes, geben es weiter und verbessern damit den Empfang. «Wir suchen derzeit Firmen, welche Relais-Stationen finanzieren und auf ihrem Dach installieren wollen», sagt Thomann. Mehrere Relais seien in den vergangenen Monaten in Betrieb genommen worden, etwa auf dem Dach des Westcenters.

Treffs für Benutzer
Der St. Galler Wireless-Verein zählt derzeit rund 30 Mitglieder. «Wir sind ständig auf der Suche nach Menschen mit technischem Verständnis und Interesse, die Mitglied werden wollen», sagt Chris Thomann. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder, um gemeinsam über das Wireless-Netz zu fachsimpeln. Die Treffs im Jugend-Elektronik-Zentrum in St. Gallen sind öffentlich und nicht nur Vereinsmitgliedern vorbehalten.

Trotzdem plant der Verein noch in diesem Jahr spezielle Benutzertreffs. Sie sollen laut Thomann zum einen als Anlaufstelle für Router-Besitzer dienen und bei konkreten Problemen helfen. Sie sollen aber auch eine breite Bevölkerung ansprechen. Nach den Sommerferien will der Verein Details zu den Benutzertreffs bekanntgeben.