Surfen auf der Riederalp

Zitat:  
Gratis-Internet für Gäste
nzz.ch, 08.11.2007
(sut)
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In dieser Wintersaison ('08) dürfte die Riederalp zu einem der ersten Ferienorte der Alpen werden, die ihren Gästen einen flächendeckenden und kostenlosen Zugang zum Internet ermöglichen – und dies auf grossem Gebiet, von Tal bis hinauf auf die Piste. Die Riederalp verschafft sich so einen Standortvorteil. «lnternetzugang ist heute ein Kriterium der Destinationswahl heisst es beim Kurverein, «Gäste wollen Fotos mailen, Zeitung lesen oder mit dem Büro in Kontakt bleiben». Das Projekt ist durchaus ambitiös, wie Gerhard Berchthold, Präsident von Riederalp-Mörel-Tourismus, zugibt. Und erste Tests zeigen, dass es funktioniert, wenn auch gelegentlich etwas langsamer als am Breitbandanschluss zu Hause. Mit tragbarem Computer oder Handy wählt man sich im Ferienchalet oder auf der Restaurantterrasse passwortfrei ein und surft, so lange man will.

Ein recht einfaches System ermöglicht dies: Einheimische Hoteliers Ferienwohnungsbesitzer stellen ihren lnternetanschluss zur Verfügung. Eine W-LAN-Aussenantenne macht ihn zugänglich, ist eine Antenne überlastet, wird der Gast von einer anderen bedient. Raffiniert: Investiert werden muss nur in Kleinantennen und Installation. Das Know-how liefert die Openwireless.ch Community, die auch Luzern und andere Städte aufs Netz gebracht hat, die Initialkosten von 20'000 Franken tragen Sponsoren, die Arbeit erledigt der Jugend-Verein. Die Bevölkerung hat sich fürs Projekt ausgesprochen. Kritische Punkte wie Strahlenbelastung und rechtliche Probleme konnten mit den Behörden geregelt werden.

Die autofreie Riederalp handelt innovativ und schlägt zwei Fliegen auf einen Schlag. Erstens erzielt sie mit dieser Investition internationale Aufmerksamkeit ohne massiven Werbeaufwand. Und zweitens kommt sie einem Gästewunsch entgegen: Mit 90 Prozent der Betten in privaten Chalets und nur 10 Prozent in Hotels mussten bisher die meisten Gäste auf Internet verzichten. Nun kann die klassische Familiendestination – das Gästesegement im Altersbereich von Jung bis Mittelalt ist in den letzten Jahren stark angewachsen – noch mehr Touristen ansprechen.