Luftangriff auf Handy- und Internet-Tarife

Zitat:  
Wlan Luzern baut sein drahtloses Internet weiter aus. Andere Städte folgen bald. Das setzt Swisscom unter Druck und hat selbst Auswirkungen auf die Handy-Preise.

cash.ch, 30.04.2007

Jürg Tschirren

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Nun funkt es wieder in Luzern. Zum ersten Mal am 04.04.2003 über surf-on-the-fly. Neu ab 02. Mai 2007 startet dort das zweite grosse drahtlose Internet. Damit lässt sich auf von fast jeder Parkbank aus surfen und mailen. Nach einer Einführungsphase, die vorerst noch etwas kosten wird, gratis und franko. Luzern ist nicht alleine. Auch in St.Gallen und auf der Riederalp im Wallis kommt das Internet seit März '07 draht- und kostenlos ins Haus. Finanziert wird es von den Stadtwerken oder privaten Sponsoren.

In Basel, Bern, Zürich, Winterthur, Aarau, Olten und Dutzenden weiteren Orten gibt es Projekte für das sogenannte Wlan. «In allen mittleren und kleinen Städten ist freies Wlan ein Thema», sagt Jörg Furrer. Seine Netzwerkfirma TPN ist auch am Luzerner Projekt beteiligt. Der Luftangriff durch die Gratisnetze bringt die Swisscom unter Druck. «Wir wissen nicht, wie wir in Zukunft unser Geld verdienen», sagt Mediensprecher Josef Frey. Swisscom setzt heute mit Internet-Zugängen jährlich mehrere 100 Millionen Franken um. Nicht nur das Internet-Geschäft ist in Gefahr: Dank neuen Handy-Modellen lässt sich über Wlan bereits zum Nulltarif telefonieren. «Darauf wird die Swisscom bald mit neuen Tarifmodellen reagieren», glaubt Furrer von TPN. Denn spätestens 2009 wird jede Schweizer Stadt ein Gratisnetz haben. Das prognostiziert Wlan-Spezialist Jim Romaguera von The Net. Er verweist auf die USA: Dort sind bereits Hunderte von Städten abgedeckt.